Aufführung der Kantate „Das Hemd des Glücklichen" von Günther Kretzschmar nach einer Erzählung von Leo Tolstoi

Gedanken zum Glück machte sich der russische Weltliterat Leo Tolstoi in seiner Erzählung „Das Hemd des Glücklichen". Sie berichtet von einem König im fernen Mirsistan, der krank wird und dem die besten Ärzte des Landes nicht helfen können. Im Traum hat er die Vision, dass er durch das Hemd, das ein glücklicher Mann ihm überlässt, geheilt wird. Die Suche nach glücklichen Menschen gestaltet sich schwierig, weil jeder etwas zu beklagen hat. Zuletzt macht der Königssohn einen Mann ausfindig, der glücklich ist, aber gleichzeitig so arm, dass er kein Hemd besitzt.

Die Parabel über die Unmöglichkeit, sich Glück zu beschaffen hat der Komponist Günther Kretzschmar in einer Kantate vertont, die klanglich in der Tradition der Schulmusik der 60er Jahre steht und an stilbildende Werke von Carl Orff, Paul Hindemith und Kurt Weill anknüpft. Interessant erschien die Aufführung des Werkes am St.-Gotthard-Gymnasium vor allem unter dem Aspekt, inwiefern die bewusst knorrig gehaltene, spröde und sachliche Klanglichkeit von den musicalverwöhnten Schülern akzeptiert werden würde. Tatsächlich stellte die Konfrontation mit dieser Stilrichtung überhaupt kein Problem dar. Die Inszenierung, die in intensiver Zusammenarbeit mit der Fachschaft Kunst und unter der Organisation des P-Seminars Musik entstand, offenbarte in der Musik und in der Bildsprache eine fast kultische Strenge, die die Zuschauer und die Ausführenden gleichermaßen in den Bann schlug.

In die schon lange Tradition der Musiktheater am St.-Gotthard-Gymnasium reiht sich „Das Hemd des Glücklichen" als besonders intensive Aufführung ein. An dem Großprojekt waren insgesamt 150 Schüler und vier Lehrkräfte beteiligt.

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Spieletag am St.-Gotthard-Gymnasium

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