Die Bramenkamp-Stiftung, vertreten durch den Stiftungsvorstand mit Vorsitzenden Walter Bramenkamp sowie mit Prof. Dr. Werner Sturm und Dr. Werner Leis, hat es ermöglicht, dass nunmehr ein sog. Gotthard-Epitaph den Eingangsbereich der Schule ziert und so tagtäglich eine Begegnung mit unserem Namenspatron durch alle Zeiten hindurch sich ereignen kann. Die Bramenkamp-Stiftung, eine Stiftung die Kunst, Kultur und Denkmalschutz in Deutschland fördert, gegründet im Jahre 2000 vom Ehepaar Dr. Hedi und Notar Walter Bramenkamp.
Der renommierte Künstler Joseph Michael Neustifter hat dieses Epitaph als Gedenktafel für den Hl. Gotthard geschaffen, ein Unikat aus Bronze.
Als Ehrengäste der feierlichen Enthüllung konnte der Schulleiter mit stellvertretenden Landrat Josef Färber und Bürgermeister Albin Diedrich, von den Brunner Architekten Ingenieure GmbH Herrn Robert Brunner und Herrn Richard Steinbeißer sowie mit Frau Schreiner-Heckl und H. Wanndinger die Vertreter aus dem Elternbeirat und die beiden Vorsitzenden H. Schmidt und Frau Zieseniss-Gollor der Fördergemeinschaft St.-Gotthard begrüßen. Besonders erfreut war die Schulgemeinschaft über den zahlreichen Besuch der Fratres und Patres des Konventes. Die besonderen Ehrengäste des Tages waren selbstverständlich der Stiftungsvorstand der Bramenkamp-Stiftung mit Vorsitzenden Walter Bramenkamp sowie Prof. Dr. Werner Sturm und Dr. Werner Leis mit Gattinnen sowie der Künstler Joseph Michael Neustifter mit Gattin. Mit vereinten Kräften zusammen mit Schülerinnen und Schüler der 5. Klassen haben Herr Bramenkamp und Herr Neustifter dann den Akt der Enthüllung vollzogen.
Abt Marianus segnete nach der Enthüllung das Epitaph und bedankte sich sehr herzlich für das großzügige Geschenk. Der Abschluss der Feierlichkeit konnte mit Musik und Eis fröhlich ausklingen.
Die Juvenes Cantores Altahensis unter der Leitung von Bernhard Falk, ein Bläserensemble unter der Leitung von Stefan Binder sowie eine Jazz-Combo mit Alexander Gsödl und Rudolph Heinrichsdobler gaben der Festlichkeit eine besondere musikalische Note.
Johann Lummer / 29.09.2025
Wer ist Gotthard? – Einweihung der Gotthardstatue
Seit Montag ziert den Eingangsbereich des St.-Gotthard-Gymnasiums nicht nur der Schriftzug desselben, sondern die Visualisierung seines Patrons höchstpersönlich: Gotthard. Vor über 1000 Jahren wurde er in Reichersdorf geboren und jede Niederalteicher Schülerin, jeder Schüler weiß in etwa, worin seine Bedeutung liegt. Dass er das nach den Ungarneinfällen heruntergekommene Kloster wieder aufgemöbelt hat, indem er die nicht so disziplinierten Mönche auf den Frauenberg nach Hengersberg auslagerte. Dass er als Protegé des Kaisers Bischof von Hildesheim wurde. Dass ihn der Papst als ersten Altbayern nicht einmal hundert Jahre nach seinem Tod heilig sprach und in der Folge Kirchen, ein Pass, ein Tunnel und ein ganzes Gebirgsmassiv nach ihm benannt wurden. Die Gewichtigkeit seiner geschichtlichen Bedeutung kann also jeder in Niederalteich ermessen und ihn selbst nun auch anschauen im Werk des Künstlers Joseph Michael Neustifter, der im Auftrag der Bramenkamp-Stiftung den Gotthard für Niederalteich schuf.
Wie die Schülerinnen und Schüler den Gotthard kennen, so hat ihn Neustifter in der Vordersicht dargestellt: Als Abt-Bischof mit den Insignien der geistlichen Würde, nämlich dem Abtstab, der heute noch in der Basilika aufbewahrt wird, mit der doppeltürmigen Niederalteicher Kirche in der Hand und der Bischofskirche zu Hildesheim zu seinen Füßen. Mit dem bronzenen Heiligenschein, der sich wie die ganze Figur vom türkisen Hintergrund abhebt. Als würde Gotthard wie eine Vision aus den grauen Fassadenplatten des Physikstrakts heraustreten, überzeitlich und unnahbar verewigt.
Aber es gibt eine zweite Seite, nämlich die, die sich hinter dem verehrungswürdigen Idol verbirgt. Neustifter hat die Skulptur so angelegt, dass man Gotthard betreten kann. Man kann von hinten in die Skulptur hineinsteigen und sieht dort ein verwirrendes Durcheinander aus Instrumenten und floraler Ornamentik sowie einen aus der kurzen Distanz heraus nicht leicht zu entziffernden Text über den Heiligen. Im Gegensatz zur Würde und Gefasstheit der Vorderseite wird man hier mit einem fragmentierten Gotthard konfrontiert, der aus phantastischen Ideen, aus inspirierenden Klängen und aus einem Text besteht, der sich nicht so leicht erschließt – den man sich erst erarbeiten muss. Der Künstler hat damit auf raffinierte Weise das Verehrungswürdige um das Persönliche ergänzt und über die fast chaotische Assoziation der Rückseite einen Zugang eröffnet zur persönlichen Annäherung an den Heiligen, zur Annäherung an die Frage: Wer ist Gotthard?
Heilige auf diese Art näher zu bringen, auch wenn sie mehr als 1000 Jahre tot sind, ist in der Dynamik eine spannende Angelegenheit. Initiiert hat sie Schulleiter Johann Lummer, der 2023 mit der Bramenkamp-Stiftung in der Sache in Kontakt trat. Die in kulturellen Belangen aktive Stiftung ist schon mehrfach in Verbindung mit dem Künstler Neustifter für das Kloster tätig geworden, unter anderem mit dem Gunther-Brunnen neben der Basilika oder mit der Restaurierung des Salettl. Mit dem Gotthard wirkt sie erstmals für Kloster und Schule. Dementsprechend konnte Johann Lummer Vertreter des Konvents sowie die Vorsitzenden des Stiftungsvorstandes, der Schulgremien und der Lokalpolitik zur Einweihung begrüßen. Abt Dr. Marianus Bieber nahm die Segnung der Skulptur vor.
Wie die zwei Seiten des Werks teilte sich die Einweihung in eine würdevoll gestaltete Feier mit Begleitmusik. Danach wurde gelassen aufgespielt zur persönlichen Begegnung mit dem Schulpatron.
Bernhard Falk / 29.09.2025



























