St.-Gotthard-Gymnasium der Benediktiner Niederaltaich

Besuch des Landtagsabgeordneten Josef Heisl

Gewinnbringender Austausch zwischen Politik und Schule

Am 17. März 2026 durfte das St.-Gotthard-Gymnasium Niederalteich einen besonderen Gast begrüßen: den Landtagsabgeordneten Josef Heisl (CSU). Empfangen wurde er von der stellvertretenden Schulleiterin Sr. Gratia sowie von Peter Hatzl, Fachschaftsleiter Politik und Gesellschaft.

Zu Beginn stellte sich Herr Heisl den Schülerinnen und Schülern persönlich vor und betonte dabei ein Anliegen, das ihm besonders wichtig ist: Politik müsse nicht nur über junge Menschen sprechen, sondern vor allem mit ihnen. Entsprechend offen und nahbar gestaltete sich auch die folgende Stunde.

Auf unterhaltsame Weise berichtete Heisl von seinem eigenen Weg in die Politik – der tatsächlich auf einem Beachvolleyballfeld begann. Gemeinsam mit anderen Jugendlichen hatte er sich damals für den Bau eines solchen Platzes eingesetzt und schließlich den Bürgermeister überzeugt. Der Gemeinderat stimmte letztlich zu – ein frühes Erfolgserlebnis, das offenbar Lust auf mehr machte: 2008 zog Heisl als Spitzenkandidat der Jungen Liste in den Gemeinderat ein, seit 2023 gehört er dem Bayerischen Landtag an.

Ausgehend von seinen Erfahrungen im Landtag schilderte Heisl auch aktuelle politische Herausforderungen. Dabei ging er unter anderem auf den Umgang mit der AfD ein und räumte offen ein, dass es hierfür kein Patentrezept gebe. Kritisch äußerte er sich über deren Auftreten im Parlament, insbesondere über stark verkürzte, auf mediale Wirkung ausgerichtete Redebeiträge. Gleichzeitig zeigte er sich selbstkritisch und sah auch bei der eigenen Partei noch Verbesserungspotenzial. Mit einem Augenzwinkern erzählte er von einem Missgeschick im Wahlkampf: Zwei Selfies mit Hubert Aiwanger sorgten in der eigenen Parteiführung für weniger Begeisterung als erhofft.

Im anschließenden Gespräch stellten die Schülerinnen und Schüler zahlreiche Fragen, die eine große thematische Bandbreite abdeckten. So wurde etwa über eine mögliche Senkung des Wahlalters auf 16 Jahre diskutiert, wobei Herr Heisl die Überlegung einbrachte, ob in diesem Fall auch das passive Wahlrecht entsprechend angepasst werden müsste. Beim Thema Social Media sprach er sich eher gegen Verbote aus und betonte stattdessen die Bedeutung der Medienkompetenz, insbesondere auf Seiten der Eltern. Auch der schulische Alltag kam zur Sprache: Angesichts des wahrgenommenen Leistungsdrucks zeigte sich Heisl offen für Diskussionen über Leistungsnachweise wie „Exen“, plädierte jedoch dafür, entsprechende Entscheidungen den einzelnen Schulen zu überlassen.

Darüber hinaus wurden infrastrukturelle Fragen wie der Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs angesprochen, den Heisl stets auch unter dem Gesichtspunkt der Wirtschaftlichkeit betrachtete. Ebenso kamen finanzpolitische Themen wie der Länderfinanzausgleich, staatliche Familienleistungen oder eine mögliche stärkere Besteuerung hoher Einkommen zur Sprache. Besonders ausführlich äußerte er sich zu seinem „Lieblingsthema“, einem verpflichtenden sozialen Jahr, das er grundsätzlich befürwortet – allerdings mit der Möglichkeit, zwischen verschiedenen Einsatzbereichen wie sozialen Einrichtungen, ökologischen Projekten, dem Sanitätsdienst, der Bundeswehr oder der Entwicklungshilfe zu wählen.

Die Diskussion verlief lebhaft, offen und auf Augenhöhe. Besonders hervorzuheben ist, dass Herr Heisl sich Zeit nahm, alle Fragen ausführlich zu beantworten und auch unterschiedliche Perspektiven zuzulassen.

Zum Abschluss wurde der Besuch von Schulleiter Johann Lummer mit einem kleinen Frühlingsgruß – einer bunten Primel – abgerundet. Ein gelungener Besuch, der gezeigt hat, wie gewinnbringend der direkte Austausch zwischen Politik und Schule sein kann.

Peter Hatzl / 25.03.2026