Seit mehr als 20 Jahren besuchen Schülerinnen und Schüler der Sakaide Oberschule aus der Präfektur Kagawa in Japan das St.-Gotthard-Gymnasium. Seit mehr als 20 Jahren begegnen sich die fernöstliche und die europäische Kultur in der Basilika unter dem gemeinsamen Projekt des Musizierens.
Zu Beginn des gemeinsamen Konzerts in der Basilika kam die kulturelle Begegnung in den Begrüßungen zum Ausdruck. Eine Schülerin hieß mit einem beherzten „Grüß Gott“ das Publikum willkommen. Die Übersetzung der einleitenden Rede des Schulleiters Johann Lummer übernahm die langjährige Dolmetscherin Frau Cherny. Sie hob den Leitgedanken seines Textes hervor, dass Musik eine Sprache sei, die verbindet, die Gemeinsamkeit ermöglicht und auf diesem Weg zu einem friedlichen Miteinander beitragen kann.
Diese Gemeinsamkeit konnten Schülerinnen und Schüler schon vor dem Konzert praktizieren. In den umliegenden Ortschaften waren deutsch-japanische Gruppen am Nachmittag in bester Begegnungslaune unterwegs, sich an Essensständen versorgend, lachend und mittels Sprachapps konversierend.
Die Konversation wurde dann am Abend vertieft in einem dialogisch angelegten Konzert aus deutschen und japanischen Beiträgen, die in zwei gemeinsam ausgeführten Chorstücken mündeten. Wie bei allen Besuchen erstaunten die Bläserensembles und der Chor aus Sakaide durch die feine Intonation, durch ein professionelles Auftreten und eine technisch und musikalisch reife Darbietung. Der hohe Ausbildungsstand entspricht der auf Musik spezialisierten japanischen Oberschule, deren Absolventen fast ausnahmslos ein Musikstudium an einer Hochschule anstreben.
Imposant war der Abschluss mit Händels „Zadok the priest“, dirigiert von Alexander Gsödl, das strahlender kaum erklingen kann in der geballten Stimmkraft der Sängerinnen und Sänger aus Japan und Deutschland. In zwei Jahren geben sich die beiden Kulturen in Niederalteich wieder die Hände unter dem gemeinsamen Banner der Musik.
Bernhard Falk / 24.04.2026
Fotos: Alfred Hüttinger

































