Johannes Knogl und Tizian Müller hatten dieses Treffen organisiert und führten mit geschickten Fragen an den eingeladenen Experten durch den Unterricht. Dabei bot Pater Johannes nicht nur einen kurzweiligen Überblick über die Konzils-Geschichte und die wichtigsten theologischen Aussagen über Jesus Christus, sondern ging vor allem auf die Bedeutung der Ikonen in der Ostkirche ein.
Tizian und Johannes merkten kritisch an, dass das alttestamentliche Bilderverbot der Verehrung der Ikonen eigentlich widersprechen würde. Pater Johannes verglich die Ikonen daraufhin mit einem Fenster, das eine neue Wirklichkeit erschließt. Man blickt sozusagen in das „Heilige“ hinein und kann eine tiefe Beziehung zur dargestellten Person aufbauen. Man habe ja auch Fotos seiner Lieben in Geldbörsen; ähnlich verhalte es sich mit den Ikonen.
Es folgte eine anschaulichen Beschreibung der byzantinischen Liturgie, bei der wirklich alle Sinne angesprochen werden, z.B. der angenehm duftende Weihrauch, die meditativen Gesänge, die zahlreichen Kerzen als das Symbol von Licht in der Dunkelheit, die Verehrung der prächtig gestalteten Ikonen. Dazu merkten die Schüler an, dass sie sich von dieser Art, Gottesdienst zu feiern, durchaus angesprochen fühlen, da sie derartige ausgeprägte Elemente im römisch-katholischen Ritus vermissen würden.
In der anschließenden Diskussionsrunde konnten bei weitem nicht alle Fragen der Schüler beantwortet werden. Pater Johannes erklärte sich bereit, gerne ein weiteres Mal vorbeizukommen und lud die Schülerinnen und Schüler ein, ihn bei Fragen jederzeit auch außerhalb des Unterrichts anzusprechen.
Text und Foto: Kerstin Dachs / 06.07.2026













