St.-Gotthard-Gymnasium der Benediktiner Niederaltaich

Als Legionäre auf dem Regensburger Römerschiff

Beim Rudern auf der Regina

Zwei vollständig eingekleidete Legionäre

„Aufriemen!“, schallt der Befehl des Steuermanns über das Boot, in dem 32 Schülerinnen und Schüler jeweils ihren Riemen, also ein Ruder, des römischen Flusskriegsschiffs „Regina“ der Schiffsklasse navis lusoria festhalten. Die Exkursion der 6. Jahrgangsstufe des SGG führte am Mittwoch, 22.7.2026, nach Mariaort – dorthin, wo unterhalb der Wallfahrtskirche die Naab kurz vor Regensburg in die Donau mündet. Aufgeteilt in drei Gruppen durften die Kinder und ihre begleitenden Lehrkräfte sowohl eine Schifffahrt die Naab aufwärts erleben als auch erfahren, wie ein Legionär zur Zeit des Römischen Reiches lebte und ausgerüstet war.

Die „Regina“ wurde vor 23 Jahren in Zusammenarbeit mit dem Lehrstuhl für Alte Geschichte der Universität Regensburg anhand von archäologischen Funden rekonstruiert und hat seitdem schon so mancher Schülergeneration veranschaulicht, wie das Legionärsleben an der Grenze zwischen der römischen Provinz Raetien und dem Germanischen Reich ausgesehen haben könnte. Nach einer knackigen Einführung durch den proreus (oder auch pausarius), der als Bugoffizier der „Antreiber“ der Soldaten war, den Steuermann und den Kapitän an Bord (alle drei Studenten der Uni Regensburg) durften die Schülerinnen und Schüler jeder Gruppe selbst rudern – sogar mit Wenden, wofür die Manöver „Haltwasser“ und „Streichen“ gegen die normale Ruderrichtung angewandt wurden. Dabei klappte die Koordination immer besser: Ein 100 m-Sprint wurde von einer unserer Gruppen in der Bestzeit von 1.37 min zurückgelegt – anschließendem Muskelkater in den Armen oder Blasen an den Daumen zum Trotz.

Ein weiterer „römischer“ Student demonstrierte im Wechsel mit der Bootstour die Hintergründe und vor allem die Ausrüstung der römischen Legionäre im Grenzgebiet. Jeweils zwei Freiwillige pro Gruppe wurden entsprechend ausgestattet: mit Tunika und Ringpanzer, bzw. mit der loricasegmentata, dem Plattenpanzer, und mit Helm und Schilden. Nicht zu vergessen die Waffen pilum (Wurfspieß) und gladius (Kurzschwert) und ihre „Anwendung“,  z.B. in der Formation testudo ("Schildkröte").

Sehr aufgeräumt und um viele „coole“ Erfahrungen reicher kehrten die so gestählten Truppen wieder nach Niederalteich zurück.

 

Lioba Robertson, Simon Reischmann / 24.07.2026