Regisseure zu Gast am St.-Gotthard-Gymnasium

Daniel Harrich, Regisseur, Filmproduzent, Drehbuchautor und Sachbuchautor war zusammen mit Patricius Mayer vom Bayerischen Rundfunk an das St.-Gotthard-Gymnasium gekommen, um den Filmtag zu gestalten.

Harrich gilt als Begründer des Genres „investigativer Film“. Inhaltlich decken seine Spielfilme journalistische Rechercheergebnisse auf. In „Der blinde Fleck“ von 2013 ermittelte er zum Oktoberfestattentat. In seinem Spielfilm „Meister des Todes“ (2015) geht es um die Enthüllung illegaler Waffenexporte nach Mexiko und Kolumbien.

Ein seinem Film „Gift“ sind es Medikamentenfälschungen, denen er nachgeht. Uraufgeführt wurde „Gift“ am 5. Mai 2017 in Berlin, Premiere war beim Bayerischen Rundfunk am 9. Mai, bei der auch Vertreter aus Niederalteich dabei sein durften. Magdalena Bräu, Jenny Stöter, Julie Bierich und Marlene Theiß waren zum Workshop „CamOn“ vom St.-Gotthard-Gymnasium nach München eingeladen.

Patricius Mayer, Journalist und Dramaturg beim Bayerischen Rundfunk, schuf die Web-Dokumentation zu „Gift“. „Pharmacrime - Gefährliche Medikamente“ – so der Titel der Web-Doku.

Anschauen konnten sich die Schüler des P-Seminars „Klösterliches Leben“ und weitere Freiwillige aus der Oberstufe sowohl die Fernsehdokumentation wie auch den Spielfilm und erhielten zudem einen Überblick über die Web-Doku. Die  fundierten Hintergrundinformationen über die großen Pharmakonzerne und die Verflechtungen beim Medikamentenhandel imponierten den Teilnehmern. Harrich und Mayer gaben auch Einblick in den Alltag des Filmgeschäfts. „Ein Filmemacher ist ein Erzähler. Am besten kann man etwas erzählen, das man selber erlebt hat“, machten die beiden den jungen Leuten Mut, Neues zu erleben. „Nutzt die Schule, den geschützten Raum, um Neues auszuprobieren. Macht ein Schülerpraktikum. Ihr habt keinen Druck. Aber bringt Leistung“, appellierten die Filmemacher an die jungen Leute. „Ruht euch nicht aus, auf dem guten System!“

Die beiden Gäste legten auch großen Wert darauf, den Bayerischen Rundfunk als öffentlich-rechtliche Sendeanstalt zu bewerben. „Es ist gut, dass es öffentlich-rechtliche Sender gibt, um auch kritischen Journalismus zu gewährleisten“, so Mayer. Missstände aufzudecken, Profitgier deutlich zu machen, das gehört auch zur Aufgabe eines Journalisten – es geht um das Thema Gerechtigkeit. Ein Thema, mit dem die Schüler auch durch den Fächerkanon des Gymnasiums bestens vertraut sind und mit dem sie sich immer wieder auseinandersetzen.

Auch über das aktuelle P-Seminar „Klösterliches Leben“ und das Vorhaben, einen eigenen kleinen Film zu drehen und zu schneiden, informierten sich die Schüler.