Palliativmedizin – optimal statt maximal

Vortrag von Frau Dr. med. Barbara Lighvani im Rahmen des Sozialmoduls für die 9. Jahrgangsstufe

Im Rahmen des neueingeführten Sozialmoduls in der neunten Jahrgangsstufe hat uns die Oberärztin der palliativmedizinischen Station des Donau Isar Klinikums Deggendorf, Dr. med. Barbara Lighvani, am Montag, 21.März besucht. Zum einen, weil der Beruf ein sozialer ist, zum anderen, damit wir in Hinblick auf unser Betriebspraktikum im nächsten Jahr einen Einblick in diese Branche bekommen. Dabei hat sie uns viel Interessantes über ihren Beruf erzählt.

In der eigens für uns erstellten Präsentation klärte sie zunächst die Definition der palliativen Behandlung. In ihrem Beruf ginge es um „die Begleitung unheilbar kranker Menschen auf ihrem letzten Lebensweg“, betonte sie. Wir dürfen nicht davon ausgehen, dass alle Patienten, die auf die Palliativstation kommen, grundsätzlich sterben. Es gebe durchaus auch Entlassungen. „Unser Ziel ist es, unseren Patienten möglichst lange ein selbstständiges Leben zu ermöglichen.“

Lange wurde die Palliativmedizin von Experten belächelt. Dies änderte sich, nachdem das 20. Jahrhundert ein mehr als erfolgreiches Jahrhundert war, was den medizinischen Fortschritt anbelangt (1950 erste Eiserne Lunge, 1957 erste Defibrilation, uvm.). Zu dieser Zeit tat sich auch die englische Ärztin, Dr. Cicely Saunders, hervor, die praktizierte, als in den Englische Großstädten HIV wütete. Sie setzte sich für diese Menschen ein und gilt als Begründerin der modernen Palliativmedizin.

Heute – die palliative Behandlung ist längst weit verbreitet – werden Patienten nach vier Grundsätzen gepflegt: Die Selbstbestimmung der Patienten, das „nicht Schaden“ des Patienten, die Fürsorge und die Gerechtigkeit. Auf diese Grundsätze muss stets geachtet werden. Das ist sehr wichtig, da das Krankenhaus Deggendorf zum Beispiel nur zehn Betten auf dieser Station zur Verfügung hat. Da diese allerdings nicht ausreichen würden, wird auch ambulant oder im Hospiz palliativ gearbeitet.

Einen weiteren Punkt, den Frau Dr. Lighvani ansprach, ist die psychische Belastung, der die Ärzte und Pfleger ausgesetzt sind. Hierbei erwähnte sie, dass es dafür extra Gesprächsgruppen und Selbsthilfegruppen gebe.

„Wir können den Tod nicht aufhalten. Wir können ihn nicht aufschieben. Wir können nur dafür sorgen, dass die Menschen, denen der Tod kurz bevorsteht, möglichst lange ein möglichst schönes Leben führen können. Es geht nicht darum, den Tod so lang wie möglich rauszuzögern. Es geht darum, herauszufinden, wann es für einen Menschen Zeit ist, zu sterben.“