St.-Gotthard-Gymnasium der Benediktiner Niederaltaich

Iuvenes Cantores

1723 legte Abt Joscio Hamberger in der Bibliothek des Klosters Niederaltaich den Grundstein für das Seminarium in honorem Sancti Godehardi. Die ersten Seminaristen - ausschließlich Buben - stammten aus der Umgebung, aber auch aus weit entfernten Besitztümern des Klosters, wie aus Spitz in der Wachau. Mit der Einrichtung des Seminars verfolgte Joscio das Ziel, einen Sängernachwuchs auszubilden für die feierliche Gestaltung der Liturgien des Konvents.

Das St.-Gotthard-Gymnasium beruft sich als seinen Ursprung auf Joscios Seminargründung. Und so sehen sich auch die Iuvenes Cantores in der Tradition des damals eingerichteten Chores. In der gemischten Aufstellung aus Mädchen- und Bubenstimmen interpretieren sie die Chorbesetzung in einer zeitgemäßen Weise. Klanglich ist der Chor durch die „Voci bianche“ charakterisiert. So werden in Italien die Stimmen vor der Mutation genannt, die sich durch einen vibratolosen, formantenreichen und klaren Ton auszeichnen.

Der Chor setzt sich aus Kindern und Jugendlichen der Jahrgangsstufen 5-8 des St.-Gotthard-Gymnasiums zusammen. Seit seiner Gründung im Jahr 2022 sang der Chor zahlreiche Liturgien in der Basilika, wirkte in Zusammenarbeit mit Officium N bei großen oratorischen Konzerten mit, wie der Johannespassion und dem Weihnachtsoratorium von Bach, und gestaltete eigene musikalische Veranstaltungen. Aktuell liegt die Leitung der Iuvenes Cantores bei Bernhard Falk, der als Schulmusiker am Gymnasium Niederalteich tätig ist.

Hengersberger feiern Iuvenes Cantores

Abschlusskonzert der Schuljahressaison

Die Iuvenes Cantores gaben am Dienstagabend, 28. Juli, in der Frauenbergkirche Hengersberg ihr Abschlusskonzert der Schuljahressaison. Sie bilden den Chor der Abtei Niederaltaich und setzen sich aus Schülerinnen und Schülern der Klassen 5-8 des St-Gotthard-Gymnasiums zusammen. Zu den Höhepunkten des Jahres zählten das Weihnachtskonzert in Altenmarkt, die Kinderoper Brundibar im Januar, die Diakonweihe von Fr. Benedikt, das Bischofskonzert im Schulfest und das Konzert in der Bayerischen Landesausstellung in Freyung.

In Hengersberg zeigten die Buben und Mädchen unter der Leitung von Bernhard Falk und mit der Klavierbegleitung von Alexander Gsödl abschließend, was sie an Routine und Fähigkeiten bei den vielfältigen Einsätzen gelernt haben: Flexibilität, rhythmische Präzision und eine feine Abstimmung der Dynamik. Das alles bedingt einen farbenreichen Chorklang, für den die Kinder zurecht von den 200 Besucherinnen und Besuchern gefeiert wurden.

Die Stücke spannten dabei einen weiten Bogen vom Renaissancekomponisten Thomas Tallis zum Popsong „A Million dreams“. Das Konzert war gleichzeitig die Abschlussveranstaltung der 8.-Klässlerinnen, die in ihrer Iuvenes-Laufbahn einiges erlebt haben, wie die Konzertfahrt nach Wien, die Johannespassion und das Weihnachtsoratorium von Bach und zahlreiche Einsätze in den Gottesdiensten. Sie wechseln nun in die großen Jugendensembles der Schule. Der Auftritt der Iuvenes wurde höchst sorgsam vom Förderverein Frauenberg Hengersberg betreut. Nach einer Zugabe fand das Konzert einen sommernachtswürdigen Abschluss bei Fingerfood, kühlem Bier, inklusive Sonnenunter- und Mondaufgang vor der Kirche.

Bernhard Falk / 30.07.2026